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Grünfelder, Alice: An den Lederriemen geknotete Seele

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Titel An den Lederriemen geknotete Seelen
Herausgeberin Alice Grünfelder
Erscheinungsjahr  2000
Gattung Sammelband Erzählungen
Typ Taschenbuch
Zustand Neu
Sprache Deutsch
Übersetzung Alice Grünfelder, Beate Rusch aus dem Chinesischen
Seitenzahl  160
ISBN 3-293-20160-1
Verlag Unionsverlag
Abbildungen keine


Erzähler aus Tibet: Tashi Dawa, Alai, Sebo - Die Neuentdeckung einer uralten Zivilisation und einer jungen Literatur

Vor wenigen Jahren erst ist eine moderne tibetische Literatur entstanden. Provozierend, ambivalent und mit unkonventionellen Mitteln wirft sie einen unverstellten Blick auf ein unbekanntes Tibet, das zwischen modernen und traditionellen Vorstellungen von Leben und Tod, zwischen tiefer Religiosität und Atheismus zerrissen wird.

Tashi Dawa fängt die magische Vorstellungswelt ein, in seinem verblüffenden Spiel mit den verschiedenen Zeitebenen konfrontiert er die Gegenwart mit der Vergangenheit.

Alais eindringliche, kritische Beschreibungen von Natur und Zivilisation führen in den Alltag der Tibeter: In seiner Erzählung »Pilze« schwatzen tibetische Kader den Nomaden Heilpilze ab und verkaufen sie für ein Vielfaches an ein japanisches pharmazeutisches Unternehmen. Daß dabei die tibetische Tradition zerstört wird, scheint nur der Hauptperson der Erzählung bewusst zu sein.

Sebo ironisiert und verfremdet in seinen Erzählungen, was religiösen Tibetern heilig ist, aber auch über die Fortschrittsgläubigkeit macht er sich lustig. Seine Erzählungen sind als chiffrierte Herausforderung an alle Glück und Heil verheißenden Wahrheiten zu lesen.

Diese drei tibetischen Erzähler entfalten ein überraschendes Panorama von Menschen, Glaubenswelten und Naturgewalten. Sie ermöglichen uns den Blick von innen auf eine der ältesten Kulturen dieser Welt.


Tashi Dawa, geboren 1959 in Tibet, arbeitete zunächst als Bühnenbildner und begann dann Theaterstücke zu schreiben. 1985 wurde er als Schriftsteller in den tibetischen Schriftstellerverband aufgenommen. Für seine Erzählungen hat er mehrere Preise erhalten und seine Werke wurden in viele euopäische Sprachen übersetzt.

Alai, geboren 1959 im Kreis Barkam des Autonomen Bezirks Ngawa der Tibeter (Nord-Sichuan), begann Anfang der Achtzigerjahre Gedichte und Erzählungen in der Zeitschrift »Tibetische Literatur« zu veröffentlichen. 1996 zog er nach Chengdu, wo er Chefredakteur von »Science Fiction World« wurde, Chinas größtem Science-Fiction-Magazin. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Chengdu. Sein erster Roman "Roter Mohn", 1998, wurde ein sensationeller Erfolg. Der Roman wurde mit dem renommiertesten chinesischen Literaturpreis, dem Mao-Dun-Preis, ausgezeichnet. Auf Deutsch sind von ihm die Romane "Roter Mohn" und "Ferne Quellen".

Sebo, 1956 in Chendu, Provinz Sichuan, geboren, studierte Medizin und arbeitete mehrere Jahre in Tibet als Arzt. In den frühen 1980er fing er an zu schreiben.

Alice Grünfelder studierte Sinologie und Germanistik in Berlin. Als DAAD-Stipendiatin ging sie für zwei Jahre nach Chengdu, Provinz Sichuan in China. Zahlreiche Reisen führten sie nach Tibet, u.a. war sie drei Monate als Dolmetscherin in Osttibet tätig. Ihr Studium schloß sie 1995 mit einer Magisterarbeit über neuere tibetische Literatur ab. Von 1997-99 arbeitete sie als Lektorin beim Unionsverlag in Zürich, kehrte danach nach Berlin zurück, wo sie u.a. eine Agentur für Literaturen aus Asien gründete.

Diesen Artikel haben wir am Montag, 09. Juli 2012 in den Shop aufgenommen.