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Liao Yiwu: Vier Lehrmeister

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Titel Vier Lehrmeister
Autor Liao Yiwu
Erscheinungsjahr  Neuauflage 10/2012
Gattung Reportage und Gedichte
Typ Hörspiel
Zustand Neu
Sprache Deutsch
Übersetzung Brigitte Höhenrieder, Martina Hasse, Hans Peter Hoffmann aus dem Chinesischen
Umfang 1 CD, ca.65 Min
ISBN 978-3-89903-393-9
Verlag Hörbuch Hamburg
Abbildungen keine


Hörspielcollage aus vom Autor vorgetragenen Gedichten und nachgestellten Interviews mit Gesprächspartnern aus "Fraulein Hallo und der Bauernkaiser"

Der Hunger, die Schande, die Obdachlosigkeit und das Gefängnis, das seien seine Lehrmeister, formuliert der chinesische Autor Liao Yiwu in einer Rede, die er vor dem unabhängigen chinesischen PEN-Zentrum 2007 halten sollte, aber nicht konnte.

Der Hunger, die Schande, die Obdachlosigkeit und das Gefängnis sind auch die Erfahrungen vier seiner Interviewpartner in der Gesprächssammlung Fräulein Hallo und der Bauernkaiser. Chinas Gesellschaft von unten. Ein Leichenschminker erzählt von seinen Erlebnissen während der großen Hungersnöte. Ein Leprakranker vom Ausgestoßensein aus der Dorfgemeinschaft. Die 18-jährige Fräulein Hallo, die vor dem Fernseher aufgewachsen ist und haltlos in den Tag hineinlebt, vom Fansein. Ein Ausbrecherkönig von seinem Versuch, dem Gefängnis zu entkommen.

Collagiert mit Gedichten, die der Autor bei seinem bisher ersten Besuch in Deutschland 2010 im Studio vortrug, werfen die Texte ein Schlaglicht auf die kollektiven Traumata Chinas.

Hörspiel von Andrea Getto. Mit Martin Engler, Sascha Icks, Horst Mendroch, Heinrich Giskes, Lisa Hagmeister und Mirco Kreibich.

Das Ende August erstmals gesendete NDR Hörspiel "Vier Lehrmeister" ist Hörspiel des Jahres 2011.



 

Liao Yiwu, geboren 1958 in der Provinz Sichuan, wuchs als Kind von Eltern "ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis" in der großen Hungersnot der 60er Jahre auf. 1989 verfasste er das Gedicht "Massaker", eine Aufarbeitung der Vorkommnisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens, welches in windeseile Verbreitung fand, auch über die Grenzen Chinas hinaus. Hierfür wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. Nach seiner Entlassung arbeitete er als Straßenmusiker.

2009 wird ihm die Reise zur Frankfurter Buchmesse und die Teilnahme von den chinesischen Behörden verweigert, genauso wie die Reise zum Kölner Literaturfest lit.cologne Anfang 2010. Anfang 2011 setzte er sich über Vietnam nach Deutschland ab und lebt seitdem in Berlin.

2009 erschien auf Deutsch sein von Kritik und Publikum euphorisch begrüßtes Buch "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser – Chinas Gesellschaft von unten", das Menschen vom Bodensatz der chinesischen Gesellschaft porträtiert und in China verboten ist. "Für ein Lied und hundert Lieder" sein autobiografisches Werk über die Zeit in chinesischen Gefängnissen erschien 2011 in Deutschland. Im Oktober 2012 erscheint sein Buch "Die Kugel und das Opium" mit Augenzeugenberichten über die Niederschlagung der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989. Mit "Die Dongdong-Tänzerin und der Suchuan-Koch" (2013) kehrt er zu seinen Anfängen der Reportageliteratur zurück. Sein neuestes Werk ist "Gott ist rot" mit Berichten über Christen in China (2014).

Im November 2011 wurde ihm der Geschwister-Scholl-Preis verliehen. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht 2012 an Liao Yiwu für sein "sprachmächtiges und unerschrockenes Aufbegehren gegen die politische Unterdrückung".